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Lebenslanges Lernen ohne Stress! Tipps für jedes Lebensalter

Lebenslanges Lernen hört sich für Viele wie ein Gerichtsurteil an. Lernen hat ein schlechtes Image, denn allzu viele verbinden damit negative Erlebnisse aus ihrer Schulzeit. Doch Lernen ist ein ganz natürlicher Vorgang! Unser Gehirn kann gar nicht anders als ständig zu lernen und das tut es auch, solange es lebt. Sein Informationsspeicher ist niemals voll. Denn die ca. 100 Milliarden Nervenzellen haben unendliche Möglichkeiten sich untereinander zu vernetzen und damit Wissen zu speichern.

17. Januar 2018

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Pausen, Snacks und Entspannung helfen beim Lernen

Allerdings können die Nervenzellen ermüden, wenn sie längere Zeit mit ähnlichen Dingen beschäftigt werden. Das merken wir bei monotonen Aufgaben oder eben, wenn wir in bestimmter Zeit viel Neues aufnehmen müssen. Dann brauchen wir eine kleine Pause, um Nährstoffe, Enzyme und Botenstoffe in den Zellen zu erneuern. Deshalb beim Lernen in kleinen verdaubaren Portionen arbeiten, genügend Wasser zur Versorgung der Hirnzellen trinken, kleine Snacks mit Nüssen und Trockenfrüchten  („Studentenfutter“) bereit halten und am besten zwischen den Lerneinheiten eine kurze Entspannungsübung einschieben. Es hat sich  erwiesen, dass bei tiefer Entspannung neue Inhalte besser im Gedächtnis verankert werden.

Wiederholungen häufig

Wiederholung ist die Mutter der Weisheit: Das gilt immer noch und besonders für das Gehirn der älteren Mitmenschen. Denn ein erfahrenes Gehirn verfügt über unendlich viel gespeichertes Vorwissen, das in festen biologischen Netzwerken verankert ist. Um neue Informationen zu speichern müssen diese Verbindungen gelöst und umgebaut werden. Das Nervennetzwerk strukturiert sich regelrecht um, damit es Neues einbauen kann. Und dazu sind viele Wiederholungen nötig. Wie schwer es fällt, eingefahrene Muster zu ändern, merken Sie sofort, wenn Sie einmal versuchen mit der „falschen“ Hand Ihren Namen zu schreiben. Dass jüngere Menschen sich Neues schneller merken können, liegt daran, dass bei Ihnen die Verbindungen zu sehr vielen Nervenzellen schon vorformatiert sind. Neue Informationen können hier sofort eingebaut werden. Es stehen keine „alten“ Muster im Wege.

Jüngere und ältere gemeinsam: Das ideale Lernteam

Ältere mit ihrem reichen Erfahrungsschatz und jüngere mit schneller Auffassungsgabe und oft guten Kenntnissen in der digitalen Welt sind gute Lernpartner,  die sich gegenseitig bereichern können, wenn die Chemie zwischen ihnen stimmt. Der Ältere bekommt nebenbei Tipps und Tricks am Computer gezeigt, der Jüngere profitiert davon, dass er die Erfahrungen des Älteren kennenlernt. Beide Partner lernen, sich präzise und verständlich auszudrücken und aufeinander einzugehen. Denn gute Kommunikationsfähigkeiten sind auch in der modernen digitalen Welt immer noch der Erfolgsfaktor Nummer 1.

Interesse hilft sehr beim Lernen

Lernen funktioniert in jedem Alter besonders gut, wenn der Lernende interessiert ist. Interesse, Neugier und Begeisterung   für das Lernen entstehen immer dann, wenn man sich vorstellen kann,  dass der neue Lerninhalt einem irgendeinen nützlichen und gewünschten Vorteil bringt. Etwa eine Erleichterung der Arbeit, die Anerkennung anderer, eine Ersparnis von Zeit oder Geld, etc. Diese angenehm anregenden Gefühle sind mit der Ausschüttung des Gehirnbotenstoffs Dopamin verbunden. Unter Dopamineinfluss funktionieren die Lernvorgänge des Gehirns besonders gut. Den Tabellenstand der eigenen Mannschaft kann sich jeder Fan über Jahre einprägen, wie wir wissen. Das ist bei allen Altersgruppen gleich.

Gesundheit und genügend Schlaf sind wichtige Voraussetzungen für lebenslanges Lernen

Man darf nicht vergessen, dass das Lernen an biologische Vorgänge in den Nervenzellen geknüpft ist. Damit sich feste Gedächtnisspuren bilden können, brauchen wir genügend Schlaf. Wer zu wenig schläft oder einen gestörten Schlaf hat, hat ein schlechteres Gedächtnis. Im Alter wird das Kurzzeitgedächtnis ein wenig schwächer. Wer kennt es nicht, dass er im Keller angekommen, schon wieder vergessen hat, was er dort wollte….Manchmal sind es Erkrankungen der inneren Organe, Medikamente oder Durchblutungsstörungen, die das Gedächtnis schwächen. Hier lohnt es sich mit dem Arzt zu sprechen, um Abhilfe zu schaffen.

Use it oder lose it! Das gilt auch für die Lernfähigkeit

Das Gedächtnis ist in jedem Alter sehr gut trainierbar, denn alles,  was das Gehirn häufig tut, verstärkt die neuronalen Gedächtnisnetzwerke. Nehmen Sie das ganze bunte Leben als Trainingsgelände. Lernen Sie Sprachen und neue fachliche Inhalte, lernen Sie Menschen, Meinungen und neue Trends kennen… bleiben Sie neugierig! Das ist die beste Weise, das Gehirn fit zu halten – lebenslang!

  • Dr. Sabine Schonert-Hirz, alias "Dr. Stress"

    Seit über 20 Jahren gefragte Stressmanagement-und Gesundheits-expertin. Bekannt wurde sie als Moderatorin und Filmautorin für verschiedene Gesundheitssendungen im WDR- und NDR-Fernsehen. Seit 1983 ist sie selbständige Unternehmensberaterin, Referentin und Trainerin und lebt in Berlin. Seit 1996 lehrt sie als Dozentin für Gesundheitsmanagement und seelische Gesundheit im Arbeitsleben an der Bundesfinanzakademie Bonn und Berlin. 5 Bücher über Stress, zahlreiche Fachbeiträge, über 10 Jahre Arztkolumne im PRISMA, seit Juni 2017 Kolumnistin im Expertenrat beim Handelsblatt online. Sie hat zwei erwachsene Töchter.

    www.doktor-stress.de