EY ALTER – 5 geschenkte Jahre: Jung altern kann jeder

Mann wird nicht jünger. Aber auch nicht so alt wie eine Frau. Im Durchschnitt leben Frauen gut fünf Jahre länger als die Männer. Anlässlich des Tages der ungleichen Lebenserwartung hat die Stiftung Männergesundheit am 10. Dezember zu einer Talkrunde bei EY ALTER eingeladen.

Männer haben in allen Altersgruppen eine dreimal höhere Suizidrate als Frauen. Auch bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck haben sie die Nase vorn. Ihre Herzinfarktrate ist höher, sie sterben häufiger durch Verkehrsunfälle oder Drogenkonsum als Frauen. Die Liste ließe sich noch fortführen. Ihre soziale Lage spielt dabei eine wichtige Rolle. Es scheint nicht gut zu stehen um das vermeintlich starke Geschlecht und man möchte ihm zurufen: EY ALTER, kümmere dich mal mehr um dich! Und das auch bezogen auf ein aktives Altern.

Ruhestand aktiv angehen

Welche Möglichkeiten sich hier anbieten, machte etwa Prof. Dr. Theodor Klotz, Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesundheit, deutlich. „Wer gut altern will, muss eigentlich in der frühen Jugend anfangen“, ist er überzeugt und nannte zum Beispiel Aufklärungsarbeit rund um die Gesundheit in den Schulen, die dann über möglichst niedrigschwellige Angebote im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung ergänzt wird, und die Vorsorge in späteren Jahren. Ganz wichtig: Den Ruhestand proaktiv angehen und sich möglichst zehn Jahre vorher darüber Gedanken machen, wie man die Zeit nutzen könnte. „Auch im Ruhestand sind Aktivitäten wichtig, die einen fordern und den Wegfall des Jobs ausgleichen können, über den sich viele Männer nach wie vor identifizieren“, riet der Experte. Von großer Bedeutung sind auch soziale Bindungen. Vor allem eine stabile Partnerschaft würde sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Eine strikte Empfehlung wollte Professor Klotz dann aber doch nicht geben. „Auch die Currywurst ist hin und wieder mal okay – aber dann sollte auch der Salat dabei sein. Unterm Strich geht es um das richtige Maß der Dinge.“ Aber wohl auch um die richtige Ansprache der Männer. Darauf verwies Helge Neuwerk, stellvertretender Vorstand der BKK VBU. Er berichtete, dass nicht mal 40 Prozent der Männer das Angebot an Präventionsprogrammen seiner Krankenkasse wahrnehmen würden. Daher sei es wichtig, die Zielgruppe genauer in den Blick zu nehmen und gezielter anzusprechen.

Einfach mal Zeit für sich haben

Über seine ganz eigenen Erfahrungen mit dem Alter und dem Ruhestand berichtete Klaus Wowereit. Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister und EY ALTER-Botschafter hat mit 65 Jahren nun das offizielle Rentenalter erreicht. Auf die Frage des Moderators, was er so mache, antwortete er lapidar: „Am liebsten nichts. Man muss sich daran gewöhnen, auch einfach mal Zeit zu haben – und diese dann sinnvoll nutzen. Nach 13,5 Jahren als Bürgermeister musste ich erst einmal runterkochen. Die Zeit steckte einem schon in den Knochen.“ Ansonsten würde er versuchen, Sport zu treiben und – in jeder Hinsicht – in Bewegung zu bleiben. Angesprochen auf sein Engagement für EY ALTER erklärte Wowereit: „Ich finde die Grundidee hervorragend, das Altern aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und gerade auch jüngeren Menschen etwas Erlebbares zum Thema anzubieten.“ Frank Weber vom EY ALTER Team riet den Anwesenden, auf keinen Fall auf den inneren Schweinehund zu hören. Denn: „Fast alles ist immer möglich – auch im Alter.“ Zahlreiche Anregungen und Aha-Effekte dazu erhielten die Anwesenden beim abschließenden Besuch der Ausstellung. Die basiert übrigens auf der Demografie-Initiative YES von Mercedes-Benz. Damit will das Unternehmen einen Paradigmenwechsel zum Thema Alter und Altern anstoßen.

Weitere Infos rund um den Tag der ungleichen Lebenserwartung gibt es hier.