Pressemitteilung vom 16. Oktober 2015

Jacobs University Bremen | Das Altern meistern

Der demografische Wandel betrifft Unternehmen, aber auch die Gesellschaft als Ganzes. Die Auswirkungen des Alterungsprozesses auf die Arbeitswelt ist einer der Forschungsschwerpunkte der Jacobs University. Wissenschaftler verschiedenster Disziplinen arbeiten gemeinsam an Lösungsansätzen, die Herausforderungen dieser Entwicklung erfolgreich zu meistern.

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Kein Zweifel: Der demografische Wandel verändert unsere Gesellschaft. Der Anteil älterer Menschen nimmt zu, weniger Kinder werden geboren und das Durchschnittsalter der Beschäftigten steigt, mit höherem Alter gibt es verschiedene Einschränkungen und das Risiko für chronisch-degenerative Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Gelenkverschleiß nimmt zu. Unternehmen sind schon seit längerem mit einer älter werdenden Belegschaft konfrontiert, mit einem kleiner werdenden Pool an jungen neuen Mitarbeitern und zunehmend mehr Beschäftigten mit Migrationshintergrund. Die Integration der neuen Kollegen bringt für die Unternehmen vollkommen neue Aufgaben mit sich.

Wie diese erfolgreich gelingen kann, ist nur ein Thema der Forschungsvorhaben an der Jacobs University. So entwickelt das von Dr. Sven Voelpel, Professor für Betriebswirtschaftslehre, gegründete „WDN – Wise Demografie Netzwerk“ unternehmensspezifische Lösungen für demografiebedingte Personalprobleme (siehe gesonderten Pressetext). Teams von Wissenschaftlern arbeiten transdisziplinär mit Partnern aus der Wirtschaft und Gesellschaft an verschiedenen Fragestellungen rund um den demografischen Wandel.
Innovative und effiziente Konzepte für Personalstrukturen und -entwicklung zu entwerfen und zu testen, ist Gegenstand des Forschungsprojektes „Demowa“, das von der Jacobs University in Kooperation mit ArcelorMittal Bremen durchgeführt wird. Das auf drei Jahre angelegte Projekt unter der Leitung von Dr. Sonia Lippke, Professorin für Gesundheitspsychologie, und Dr. Christian Stamov-Roßnagel, Professor für Organisationspsychologie, wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert.

Es umfasst sieben Forschungsthemen, darunter die Analyse der Veränderung der Arbeitsmotivation über die Lebensspanne und die Bereitschaft von Älteren zur Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen. Die Wissenschaftler untersuchen auch, wie berufsbegleitendes Lernen gefördert werden kann, und sie begleiten Menschen im Rentenalter, um herauszufinden, wie Weiterbeschäftigung und soziale Teilhabe sinnvoll unterstützt werden können. „Das Projekt ist deshalb so einzigartig, weil so viele verschiedene Altersphasen in unterschiedlichen Erwerbs-, Weiterbildungs- und Rentensituationen berücksichtigt werden“, sagt Professorin Lippke.

Die Gesundheitspsychologin hat auch darüber geforscht, ob computergestützte Gesundheitsförderung – so genannte eHealth Angebote – zu einer nachhaltig gesünderen Lebensführung beitragen kann. Das ist der Fall, sofern die Teilnehmer im Rahmen einer betrieblichen Gesundheitsförderung differenziert angesprochen und gezielt motiviert werden. „Fast zwei von drei Mitarbeitern in der spezifisch behandelten Gruppe schafften es anschließend gesund zu leben, wohingegen es in der allgemein angesprochenen Gruppe nicht einmal jeder zweite bewerkstelligte“, so Sonia Lippke. Und gesund zu leben hat vielfältige Vorteile wie mehr Wohlbefinden, soziale Integration und das bessere Bewältigen von Belastungen bei der Arbeit aber auch darüber hinaus.

Ihr Kollege Dr. Ben Godde, Professor für Neurowissenschaft, beschäftigt sich hingegen mit der Plastizität des Gehirns über die Lebensspanne. Die grauen Zellen sind auch im Alter offen für Neues, es tut ihnen sogar gut, beansprucht zu werden. „Das Gehirn ist faul“, sagt Professor Godde. „Es macht nur so viel, wie es muss. Wenn man es wieder fordert, passt es seine Ressourcen an und steigert seine Leistungsfähigkeit.“
Für’s Lernen ist es also nie zu spät.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Forschungsprojekten der Jacobs University unter:
http://www.jacobs-university.de
http://slippke.user.jacobs-university.de/gesundheitspsychologie/

Über die Jacobs University:
Die Jacobs University ist eine private, unabhängige, englischsprachige Universität in Bremen. Hier studieren junge Menschen aus der ganzen Welt in Bachelor-, Master- und PhD-Programmen. Internationalität und Transdisziplinarität sind die besonderen Kennzeichen der Jacobs University: Forschung und Lehre folgen nicht einem einzigen Lösungsweg, sie gehen Fragestellungen aus der Perspektive verschiedener Disziplinen an. Dieses Prinzip macht Jacobs Absolventen zu begehrten Nachwuchskräften, die erfolgreich internationale Karrierewege einschlagen.
Einige Forschungsprojekte der Jacobs University beschäftigen sich mit dem demografischen Wandel. Dabei ist das Grundverständnis der Wissenschaftler, dass die heutige Gesellschaft vielfältiger und bunter ist als noch vor einigen Jahren. Unterschiede, ob sie einen kulturellen, sozialen oder anderen Ursprung haben, sowie die Erfahrung verschiedener Generationen und Geschlechter werden an der internationalen Universität nicht nur anerkannt, sondern als Motor für Innovation verstanden. Häufig weisen die Projekte einen direkten Praxisbezug auf und werden gemeinsam mit Kooperationspartnern aus Wirtschaft und Gesellschaft durchgeführt.

Pressekontakt:
Kristina Logemann | Brand Management, Marketing & Communications
k.logemann@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200- 4454