EY ALTER sorgte bei Fachkräfte-Veranstaltung für neuen Blick auf Demografischen Wandel

„Digitalisierung und der Wandel der Arbeitswelt“ lautete das Thema eines bundesweiten Erfahrungsaustauschkreises in Berlin, zu dem das ‚Innovationsbüro Fachkräfte für die Region‘ und das Bundesministerium für Arbeit und Soziales am 20. und 21. September eingeladen hatten. EY ALTER war auch dabei und sorgte für einen neuen Blick auf den demografischen Wandel.

Eingebunden in die bundesweite Aktionswoche „Menschen in Arbeit – Fachkräfte für die Region“ war der zweitägige Erfahrungsaustausch eine von insgesamt rund 140 Veranstaltungen, bei denen Fachleute und Interessierte aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft sich über Möglichkeiten und Initiativen zur Fachkräftesicherung informieren konnten. Stets im Fokus der Veranstaltung, die in der Alten Münze in Berlin stattfand: die Digitalisierung. Die Digitalisierung hat längst nahezu sämtliche Bereiche des Alltags erfasst und wird auch den Bereich Arbeit in immer schnellerem Tempo verändern. Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales, hob in seiner Rede die Chancen hervor, die von der Digitalisierung ausgehen. Gleichzeitig machte er deutlich: „Es geht im Wesentlichen darum, menschliche Arbeit zu unterstützen und nicht zu ersetzen. Das muss uns sehr bewusst sein.“

Mit der Demografiewerkstatt steuerte auch EY ALTER einen wichtigen Programmpunkt bei und sorgte für eine zusätzliche Perspektive in puncto Fachkräftesicherung. Mithilfe eines Generationen-Speed-Datings luden Sylvia Hütte-Ritterbusch und Valeska Gerull in ihrem Workshop dazu ein, Vorurteile abzubauen und gängige Stereotype aus der Welt zu schaffen. In zwei Runden waren die Teilnehmenden mit mehrfach wechselnden Gesprächs- und Generationspartnern konfrontiert und kamen so automatisch in einen intensiven Austausch zu den Fragen: „Was ist typisch für deine Generation?“ Oder: „Wie unterstützt deine Generation den Wandel der Arbeitswelt?“

Wie in der Ausstellung wurde auch hier Alter neu gedacht. In einer gemeinsamen Abschlussrunde wurden die Erkenntnisse gesammelt, vermeintliche Defizite durch Chancen ersetzt und die eigene Sichtweise hinterfragt: „Wer über Themen wie den drohenden Fachkräftemangel nachdenkt, kommt am demografischen Wandel nicht vorbei“, sagt EY ALTER Projektleiterin Sylvia Hütte-Ritterbusch. „Hierbei ist jeder aufgerufen, sich mit den gängigen Stereotypen zum Alter auseinanderzusetzen.“ Studien zeigen zum Beispiel, dass ältere Menschen weniger weitergebildet, weniger befördert, häufiger entlassen und schlechter bewertet werden. Und das, obwohl sie über eine Fülle von Potenzialen verfügen. Es gilt, das richtige Bewusstsein zu schaffen.

Inwieweit sich Alter tatsächlich neu denken lässt und welche Potenziale in jedem Einzelnen schlummern, zeigte ebenfalls der Besuch der EY ALTER Ausstellung am Folgetag. Nach einer ausführlichen Einführung in die wissenschaftlichen Hintergründe der Ausstellung bestand die Gelegenheit, an den Mitmachstationen das eigene Potenzial zu erkunden. Für viele bot diese Form des Selbsterlebens eine neue Möglichkeit, sich der Thematik zu nähern. Im Bereich „Mein Team“ etwa, in dem es darum geht, für eine Aufgabe die bestmögliche Mannschaft zusammenzustellen, wurde schnell deutlich: Bei komplexen Aufgabenstellungen ist der richtige Altersmix entscheidend. Eine weitere wichtige Erkenntnis: „Dein Alter ist so individuell wie du selbst“, so Sylvia Hütte-Ritterbusch. „Alter ist nicht in jedem Fall gleichzusetzen mit Verfall und Abbau. Das Gehirn bleibt lebenslang lernfähig. Auch der Körper bleibt in einem gewissen Rahmen trainierbar. Die Frage sollte nicht lauten: Was geht nicht? Sondern: Was geht?“

Die Botschaft kam an. Peter Hoffrichter von der Handwerkskammer Halle etwa will die Anregungen künftig über seine Beratungen in die Betriebe tragen. „Einerseits suchen gerade Handwerksbetriebe händeringend Fachkräfte, andererseits werden häufig zu wenig ältere Menschen eingestellt. Dabei sind gerade altersgemischte Teams so wichtig“, sagt er.