Digitales Arbeiten

Arbeitswelt von morgen – wie wollen wir arbeiten?

Eine zunehmend rasante Digitalisierung trifft auf eine alternde Gesellschaft. Was denken Arbeitnehmer? Ist die Digitalisierung für sie Fluch oder Segen? Die Antworten sind vorgegeben, werden Sie denken, zumal die Medien vielfach die Vorurteile bestärken. Ihre Tendenz: Jüngerer Digital Native trifft auf alternden Computer-Muffel. Ersterer gestaltet freudig die Zukunft, letzterer wankt grummelnd aufs Altenteil, wenn er nicht vorher unfreiwillig dorthin geschoben wird.

29. November 2017

Wiki Einträge:

Teilen via

Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedInEmail this to someone

Stimmt nicht, lautet jetzt ein Ergebnis der Online-Umfrage zum Perspektivwechsel 3 D, die das Demographie Netzwerk ddn in Auftrag gegeben hat. Die Umfrage basiert auf der Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0”, die die nextpractice GmbH 2016 im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erstellt hat.

Die Betrachtung individueller Wertewelten ist wichtig

Betrachtet man Aussagen zur Zukunft der Arbeit also vor dem Hintergrund der individuellen Wertewelt, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Menschen, die in ihrer Orientierung an Höchstleistung und Selbstverwirklichung durch Arbeit einen vergleichsweise starken Ich-Bezug aufweisen, bewerten die „neue Arbeitswelt“ überwiegend positiv. Für diese Gruppe bedeutet die Digitalisierung weitestgehend einen wünschenswerten Fortschritt, der lästige Prozesse erleichtern und so den eigenen Alltag aufwerten wird. Ein hohes Maß an subjektiver Lernbereitschaft bei gleichzeitig möglicher schwacher Digitalkompetenz deutet darauf hin, dass lebenslanges Lernen nicht als äußerer Zwang, sondern vielmehr als intrinsischer Wunsch verstanden wird.

Menschen aber, deren Fokus weniger stark auf der eigenen Arbeit als sinnstiftender Instanz liegt, betrachten die fortschreitende Technik skeptisch und sehen potenzielle Gefahren in prognostizierten Veränderungen. Der Ausbau der eigenen Digitalkompetenz wird stärker als Belastung empfunden.

Digitale Arbeitswelten – nur was für die Jungen?

Entscheidend dabei ist: Den Unterschied zwischen beiden Gruppen beschreibt nicht das Alter. Sondern es stehen ältere und jüngere Innovationsorientierte älteren und jüngeren Skeptikern gegenüber. Innovation und Sicherheit sind keine Eigenschaften, die sich automatisch mit Alter verbinden. Ein Wink an die Arbeitgeber, also, mit Stereotypen vorsichtig zu sein und gerade das Innovationspotential der Älteren nicht vorschnell abzuschreiben.

Dies ist eines der Erkenntnisse, die nur möglich sind, weil sich bereits mehrere hundert Personen an unserer Umfrage beteiligt haben. Mehr finden Sie auf unserer Website. Bitte machen auch Sie mit bei unserer Umfrage und zeigen uns Ihre ganz persönliche Perspektive auf neue, gute Arbeit. Sie helfen, neue Insights über generationenorientiertes Arbeiten zu gewinnen – was uns allen zu Gute kommt.

 

Die Ansprüche deutscher Beschäftigter an ihre Arbeit sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Nicht nur in Zeiten des Fachkräftemangels erlaubt die Berücksichtigung individueller Wünsche und Forderungen eine langfristige Mitarbeiterbindung und nachhaltige Motivationssteigerung. Eine „One-size-fits-all“-Mentalität gefährdet dagegen den Erfolg geplanter Maßnahmen. Es gilt, individuelle Lösungen zu entwickeln, die den jeweiligen Herausforderungen und Bedarfen von Unternehmen und Beschäftigten gleichermaßen bestmöglich gerecht werden.

  • Martina Schmeink

    ist Geschäftsführendes Vorstandsmitglied im ddn e.V. (Das Demografie Netzwerk).

    Nach ihrem Studium der Wirtschaftswissenschaften in Braunschweig und Tübingen war sie im Marketing und später im Bereich Personalentwicklung tätig. Ihre Erfahrungen konnte sie anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin in Forschungs- und Transferprojekten an der Westfälischen Hochschule einbringen. Seit 2012 verantwortet Martina Schmeink das Netzwerkmanagement für ddn e.V. .